Im Zuge der Renaturierung des Mülibachs wurde dessen Bachlauf in ein neues Bett offengelegt. Diese Intervention spielte am südlichen Rheinufer, zwischen Gewässerschutzlinie, Landwirtschaftszone und ehemaligem Mühlebezirk, einen schmalen Landstreifen frei. Auf diesem konnte zur Ergänzung des bestehenden Seminarbetriebs am Klostergut ‘Paradies’ ein Hotelneubau an privilegierter Lage realisiert werden.
Traufseitig schliesst der Baukörper an die bestehende Häuserzeile an und vollendet diese. Der neu formulierte Abschluss definiert eine grosszügige Hofsituation, welche die zentrale Blickachse vom Klostergut auf den Rhein freihält und die Stellung des Gasthauses aus dem späten 18. Jahrhundert als Solitär unterstreicht. Der bestehende, eingeschossige Küchenanbau wird grundlegend umgebaut und mit einem neuen Fassadenkleid energetisch modernisiert.
Der Neubau beherbergt 34 Hotelzimmer, welche entweder zum Rhein oder der bewaldeten Uferlandschaft hin orientiert sind. Auf dem auf den mittleren Gebäudeteil reduzierten Untergeschoss ruht ein massiver Erschliessungskern aus Beton. Der grosse freigespannte Saal im Norden und die zweiseitig von Stützmauern flankierte Bodenplatte des Flügelbaus im Süden bilden gleichermassen das Fundament und die Schutzschicht des darüberliegenden dreigeschossigen Holzbaus in Elementbauweise.
Die präzise Verortung und die zurückhaltende Materialisierung des neuen Gebäudes ergänzen die bestehende Anlage zu einem neuen, modernen Ensemble.
| Standort | Klostergut Paradies 8252 Schlatt |
|---|---|
| Auftragsart | Direktauftrag |
| Bauherr | Klostergut Paradies, Stiftung der Georg Fischer AG 8252 Schlatt |
| Ausführung | 2025 |
| Bausumme | 2.2 Mio. |
| Fotograf | Roger Frei, Seraina Wirz |