Niderhof Marthalen
8460 Marthalen 2021

Projekt Information

Der Niderhof befindet sich unmittelbar südlich der haushohen Stützmauer des Kirchhofes. Der bearbeitete Perimeter umfasst den östlichen Teil der Fachwerkbauten mit der anschliessenden, beinahe freistehenden Scheune und dem dazugehörigen Silobau und einem Schopf.
Der bestehende und bereits zu Wohnzwecken genutzte Fachwerkbau beinhaltet im Innern keine elementar zu erhaltende Bauteile. Im Gebäude werden neu eine Geschosswohnung im Erdgeschoss und eine Duplexwohnung im Ober- und Dachgeschoss eingeplant. Die Wohnräume sind jeweils zweiseitig ausgerichtet und durchlaufend. Die südseitige Riegelfassade bleibt erhalten. Die Ostfassade wird neugestaltet und bietet somit weitere Belichtungsmöglichkeiten. Nordseitig zur Kirchenmauer finden kleinformatige Aussenräume Platz.
Die Zufahrt zu den Garagen erfolgt über den bestehenden Weg. Durch einen Bauerngarten werden die verkehrsfreien Vorplätze von der Zufahrt getrennt. Das Volumen der Scheune wird vom angebauten Pultdach befreit und ostseitig verlängert. Dies dient vor allem dem überdachten Aussenraum der Loftwohnung. Im Erdgeschoss wird rückseitig zwischen Scheune und Schopf ein Raumvolumen eingefügt, um die unterschiedliche Terrainsituation zu klären. Die 4.5 Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss orientiert sich hauptsächlich gegen Südosten und erhält einen gefassten und privaten Aussenraum. Zur Kirchenmauer im Norden entsteht ein kleiner Hofraum, welcher dem Hauptzimmer zugeschalten wird. Des Weiteren bietet das Erdgeschoss Raum für Werkstatt, Technik und einen Fitnessbereich.
Die Loftwohnung mit dem Zugang beim ursprünglichen Scheunentor erstreckt sich über das komplette Ober- und Dachgeschoss. Die bestehende Tragstruktur, die das Gebäude in drei Teile gliedert wird für das Wohnungskonzept aufgenommen. Die ursprüngliche Riegelfassade wird zum Innenraum hin freigespielt. Die Nacht- und Tagbereiche lassen sich durch Schiebeelemente beliebig abtrennen. Im geöffneten Zustand ermöglichen sie Durchblicke und verbinden die Raumgefüge zu einem Ganzen. Der Tagesbereich ist hinter der komplett verglasten Giebelfassade positioniert und bietet ein grosszügiges und lichtdurchflutetes Raumgefühl. Der Lattenschirm, welcher den Ausdruck des Gebäudes von aussen definiert, bietet gleichzeitig einen natürlichen Sonnenschutz und generiert ein stimmiges Erscheinungsbild.
Die Aussenbereiche entlang der Kirchenmauer werden durch das Nutzungs- und Bepflanzungskonzept gegliedert. Der rückseitige, bisher überdachte Bereich wird aufgehoben und dient neu als geschützter Hofraum zwischen Waschhaus und Scheune. Dieser Aussenraum wird der Sauna zugeschrieben, welche sich im Waschhaus befindet. Zwischen der Scheune und der Kirchenmauer befindet sich ebenfalls ein kühler Sommersitzplatz. Die geschützte Laube wird durch eine Sonnenterrasse mit Südausrichtung ergänzt. Im Bereich des Schopfes ist ein Aussensitzplatz mit Pergola angedacht. Entlang der Kirchenmauer werden ausgewählte Bepflanzungen und Hochbeete vorgesehen.

Standort 8460 Marthalen
Auftragsart Studienauftrag
Bauherr Privat
Ausführung 2021