Gemeindehaus Flaach
8416 Flaach 2026

Projekt Information

Im Sommer 1827 präsentierte sich zum ersten Mal das dreigeschossige, ehemalige Schulhaus in Massivbauweise mit klassizistischer Gestaltung. 
Gut 50 Jahre nach Bauvollendung wurde das Gebäude erneut tiefgreifend umgebaut: es fanden Räumlichkeiten für die politische Gemeinde und Lehrerwohnungen Platz, zudem wurde das Gebäude erhöht und rückwärtig um einen Anbau erweitert.

1926 wurde in einer umfassenden Renovierung u.a. das Treppenhaus verlegt; gefolgt von weiteren Umbaumassnahmen entfiel 1962 die Gebäudenutzung als Schule. Um 1971 bis in die 1980er Jahre fanden weitere Renovationen statt; kennzeichnend für die Bauphase um 1971 ist das Wandmosaik über dem Haupteingang. Das streng klassizistisch gestaltete Bauwerk ist ein typischer Vertreter des kantonalen Schulhausbaus des 19. Jh. und übernahm regional die Vorbildsfunktion für Bildungsbauten.

Das Gebäude präsentiert sich in kubischer Volumetrie, strenger Gliederung, flachgeneigtem Walmdach mit Dachreiter sowie zurückhaltendem Bauschmuck - bis auf den 1926 neu gestalteten und 1971 nochmals veränderten Eingangsbereich. Wesentliche Elemente sind dabei unter anderem die axiale Gliederung der Fensterachsen, die den Fassaden einen ruhigen, strengen Charakter geben, sowie die Proportionen, die bei diesem Gebäude praktisch im Goldenen Schnitt angelegt sind. Durch spätere Eingriffe insb. 1926 sowie durch die jüngere Platzumgestaltung veränderte sich der klassizistische Auftritt markant.

Im Zuge des Umbaus wurde das Dachgeschoss über den rückseitigen Anbau neu erschlossen. Dadurch konnte der prägende, historische Dachstuhl freigelegt und als identitätsstiftendes Raumerlebnis erlebbar gemacht werden. Die Aufstockung des Treppenturms sowie die Neugestaltung des Eingangs verleihen dem Gemeindehaus eine zusätzliche Präsenz zum Ortseingang und schaffen ein neues, eigenständiges Fassadenbild. Die Geschichte des Gebäudes bleibt in allen drei Vollgeschossen ablesbar und prägt die Atmosphäre der Innenräume. Der respektvolle Umgang mit der Bausubstanz verbindet die historischen Qualitäten des Hauses mit den Anforderungen einer modernen, öffentlichen Nutzung und bietet heute zeitgemässe Räumlichkeiten für die Gemeindeverwaltung und Bibliothek.

Kennzeichnend für Flaach ist das Prinzip der beidseitigen, traufständigen Strassenzeilenbebauung meist mit Vorplätzen sowie Wiesen und Obstgärten auf der Rückseite. Das Schul- und Gemeindehaus am Wesenplatz 1 bildet architektonisch und ortsbaulich die bewusste Ausnahme in der landwirtschaftlich geprägten Bebauungsstruktur Flaach: Die prominente Lage an der Abzweigung vom Hauptbebauungsastes nach Andelfingen mit Platzbildung sowie der architektonische und konstruktive Ausdruck, die auf eine öffentliche Nutzung verweisen, heben das Gebäude von der Regelbauweise im Ortskern klar ab.

Standort Wesenplatz 1
8416 Flaach
Auftragsart Planerwahlverfahren
Bauherr Gemeinde Flaach
8416 Flaach
Ausführung 2026
Bausumme 4.8 Mio.
Fotograf Roger Frei